Auf meinem Weg nach Londonderry, knapp 30 Kilometer hinter Dublin, habe ich langsam die Augen nach einem geeigneten Schlafplatz offen gehalten. Ein schmaler Weg aus großen Geröll, führte mich von der kurvigen Küstenstraße runter ans Meer.
Große Steine, zwangen mich mein Fahrrad, samt Gepäck, auf der Schulter zu tragen und so balancierte ich, endlang der Felsmauer, auf dem unebenen Untergrund endlang. Augenscheinlich perfekte Schlafplätze haben mich jedoch nicht zum stoppen gebracht. Irgendetwas in mir wollte weiter, fühlte sich nicht wohl. Es fing langsam an zu dämmern, ich hatte noch nicht gegessen und schließlich fehlte mir noch mein Camp für die Nacht. Ich entschied mich also die nächste Möglichkeit zu ergreifen und mein Quartier aufzuschlagen.
Gesagt getan.
Ich hing, nassgeschwitz von der Totour, in meiner Hängematte, mit Blick aufs Meer. Ein Traum, augenscheinlich, denn irgendetwas in mir konnte sich ganz und gar nicht zufrieden geben.
So packte ich meine sieben Sachen wieder zusammen und schleppte mein Rad weitere Minuten über die riesigen Steine.
Auf einmal entdeckte ich eine verkommene Treppe welche auf eine ebenso verkommene Veranda führte.
Dort breitete ich mich aus und genoss den Ausblick.

Am nächsten Morgen, geweckt von der Sonne und dem Geräusch des Wassers, schaute ich aufs Meer, welches nun den kompletten Felsvorsprung gespült hatte.
Da hätte ich wohl ganz schön nasse Füße bekommen!

Schön, so abseits der modernen, abseits der Zivilisation und abseits des Konsums, seinen Instinkt kennen zu lernen und von Ihm gebrauch zu machen!

Hallo Instinkt! Schön das du da bist!
Ich freue mich von nun an meine Entscheidungen mit dir zusammen zu treffen!